Akupunktur
Akupunktur ist ein chinesisches Behandlungsverfahren, welches mit und ohne Nadeln durchgeführt werden kann. Die Akupunktur hat v.a. in der Schmerztherapie, in der Stressbehandlung und bei Atemwegserkrankungen hervorragende Erfolge zu verzeichnen.
Die chinesische Akupunktur wird klassischerweise mit Metallnadelln durchgeführt, die in Akupunkturpunkte gesetzt werden. Es gibt aber auch Akupunkturformen bei der keine Nadeln verwendet werden. Akupunkturpunkte sind kleine Löcher im Gewebe, die vermehrt mit Nervenrezeptoren umgeben sind. Diese werden durch die Nadelung gereizt und geben diese Information über das zentrale Nervensystem an die Großhirnrinde weiter. Jeder Punkt hat seine Entsprechung an der Großhirnrinde, die durch den Akupunkturreiz entsprechend reagiert (Ausschüttung von Hormonen, Botenstoffen, Verdauungssäften, Blutdrucksenkung, Veränderung des Muskeltonus, Schmerzlinderung u.v.a.m.).
Die Akupunkturwirkung ist schon lange erforscht, dokumentiert und daher auch wissenschaftlich bewiesen, auch wenn bestimmte Interessengruppen dies bestreiten mögen.
Was kann behandelt werden?
Die Stärken der Akupunktur liegen in der Schmerztherapie. Rückenschmerzen, Nacken- und Schulterprobleme, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Tennisarm, Trigeminusneuralgie, Schmerzen durch Gürtelrose, Ischias und vieles mehr, können sehr effektiv behandelt werden.
Bei chronischen und hartnäckigen Schmerzzuständen reicht die symptomatische Akupunktur oft nicht aus. Hier muß eine TCM-Akupunktur nach Diagnosstellung (s. Button "Qualität" auf dieser Website) durchgeführt werden.
Auch Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis, Sinusitis (Entzündung der Stirn- und Kieferhöhlen), Asthma, Erkältungsneigung, etc. können sehr erfolgreich behandelt werden. Heuschnupfen, Allergien, Stress, exogene Depressionen, Erkrankungen der Verdauungsorgane und funktionelle Krankheiten sprechen ebenfalls gut auf die Akupunktur an.
Die Bandbreite der Indikationen ist sehr groß: von Aphten über Hämorrhoiden, Schlafproblemen bis zu Potenzstörungen.
Bei einigen Erkrankungen wird die Akupunktur durch andere TCM-Therapien unterstützt. Bei Schmerzen des Bewegungsapparates wird häufig zusätzlich die Massage oder Moxa eingesetzt. Bei inneren Erkrankungen ist die Kräutermedizin effektiver, die Akupunktut unterstützt hier die Behandlung.
Akupunktur kann auch begleitend zur Schulmedizin eingesetzt werden. Es gibt keine Neben- und Wechselwirkungen.
Ein Highlight für alle geplagten Patienten mit Symptomen, die schwer eingeordnet werden können, bietet die TCM durch ihre hervorragende Diagnostik.
Menschen, die das Gefühl haben, eine Seite von ihnen wäre größer oder kleiner, der Kopf wäre mit feuchten Tüchern umwickelt, man stünde bis zu den Knien im Wasser, im Magen wäre eine Eiskugel, in den Knien befänden sich glühende Kohlen, die Tailie würde durch einen Gürtel eingeengt u.v.a.m., können durch die TCM Hilfe erfahren.
Diese Patienten leiden häufig sehr unter ihren Bescherden, die meist schulmedizinisch nicht diagnostiziert werden können. Das Röntgenbild, Ultraschall oder der Laborwert sind normal. Aus westlicher Sicht ist der Mensch "gesund", egal wie sehr er unter seinen Beschwerden leidet. Hinzu kommt, dass diese Patienten oft nicht ernst genommen werden.
In der chinesischen Medizin können solche Störungen meist eingeordnet und behandelt werden.
Akupunkturtechniken und Sonderformen
Die Akupunktur kann mit unterschiedlichen Nadeln und sogar ohne Nadeln ausgeführt werden. Kleine Kügelchen aus gepressten Kräutern, Magneten oder Kräutersamen können mit einem Pflaster auf den Akupunkturpunkt gesetzt werden. Dies wird besonders bei Kindern und empfindlichen Patienten bevorzugt.
Bei starken Schmerzen oder bestimmten Indikationen kann der Akupunktureffekt durch Elektrostimulation verstärkt werden. Durch mechanische Stimulation ist dies ebenfalls möglich, aber leider oft schmerzhaft. Deshalb wird das leichte Kribbeln der Elektrostimulation von westlichen Patienten bevorzugt.
Akupunkturpunkte können ebenfalls durch Wärmereize, Schröpfen (Behandlung mit Unterdruck), Auftragen von Tinkturen und Kräuterpflastern oder Injektionen in die Punkte behandelt werden.
Körperakupunktur: Sie stellt die klassische Form der Akupunktur dar. Punkte auf einem komplexen Meridiansystem werden stimuliert. Es gibt auch viele Punkte außerhalb des Meridiansystems die Verwendung finden. Unterschieden wird die symptomatische und die TCM-Akupunktur.
Bei der symptomatischen Akupunktur werden die Punkte nach westlicher Diagnosestellung gewählt. Das bedeutet ein Patient mit Hexenschuss bekommt, bestimmte Punkte genadelt. Der Arzt oder Heilpraktiker hat gelernt, welche Punkte bei Schulterschmerzen, welche bei Nackenschmerzen usw. gestochen werden. Dies funktioniert bei Schmerzen recht gut, bleibt aber weit hinter den Möglichkeiten der Akupunktur. Viele Schmerzzustände insbesondere chronische und hartnäckige Beschwerden lassen sich hiermit nur schlecht bis gar nicht erfolgreich therapieren. Symptomatisch arbeitende Akupunkteure haben auch nur wenige Indikationen, die sie überhaupt behandeln können.
Bei der TCM-Akupunktur werden die zu behandelnden Punkte aufgrund einer gestellten TCM-Diagnose gewählt, s. den Button "Qualität" auf dieser Website. So kann es sein, das Patienten mit ein und derselben westlichen Diagnose (z. B. Migräne) völlig unterschiedliche Behandlungen bekommen, da ihre chinesischen Krankheitsmuster grundverschieden sind.
Der eine möchte Ruhe und im dunklen Zimmer liegen, ein anderer hat Besserung durch Bewegung oder Sex. Der eine braucht Wärme, ein anderer einen kühlen Lappen. Ein Patient leidet unter Übelkeit und Erbrechen, ein anderer hat Hunger und eine Besserung durch Essen. So unterschiedlich wie die verschiedenen Beschwerden bei ein und derselben westlichen Krankheit sind, so unterschiedlich sind die TCM-Diagnosen und Behandlungsstrategien. Diese Form der Akupunktur erfordert eine langjährige Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin (TCM).
Ohrakupunktur: Hierbei handelt es sich um eine Reflexzonentherapie. Bestimmte Punkte/Zonen der Ohrmuschel wechselwirken mit Organsystemen/Funktionen. Deshalb kann die Ohrakupunktur als Therapie und diagnostisches Hilfsmittel eingesetzt werden. Ist die Magenzone im Ohr auffällig, dann kann dies auf eine Magenerkrankung hinweisen und diagnostisch berücksichtigt werden. Eine Behandlung der Magenzone kann die Magenbeschwerden positiv beeinflussen. Die Ohrakupunkur ist schnell und einfach zu lernen und kann auch unabhängig von der Körperakupunktur eingesetzt werden. Da ihre Indikationen beschränkt sind, wird sie meist als Begleittherapie eingesetzt. Bekannt wurde die Ohrakupunktur durch ihre Erfolge in der Suchttherapie.
Schädelakupunktur: Bei der chinesischen Schädelakupunktur korrespondieren Zonen/Linien auf dem Schädel mit bestimmten Hirnarealen. Die Schädelakupunktur wird überwiegend bei cerebralen Beschwerden angewendet, z. B. Folgen von Hirnblutungen, Halbseitenlähmungen, Sprach- und Gedächnisstörungen nach Schlaganfall etc. Hierbei werden die entsprechenden Zonen (Motorische Zone, Sprachzone usw. ) mit Elektrostimulationsakupunktur behandelt.
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