Kinderheilkunde - Er Ke
In der chinesischen Kinderheilkunde Er Ke geht der TCM-Therapeut davon aus, dass das Kind noch unreif ist, das heißt, seine Organe sind noch nicht voll ausgereift, dies gilt besonders für den Verdauungstrakt und die Atemwege, weshalb diese Organe bei Kindern besonders anfällig sind. Aber die Energie von Kindern ist noch rein und stark, deshalb genesen sie schnell. Ihre Selbstheilungskräfte sind enorm. Sie müssen nur durch richtige Ernährung oder geeignete Therapien genutzt werden.
Die TCM kennt die energetischen Besonderheiten der Kinder und berücksichtigt diese in der Therapie.
Die Kinder werden mit denselben Behandlungsverfahren therapiert wie die Erwachsenen, doch werden die Therapien den Bedürfnissen und Besonderheiten der Kinder angepasst.
So werden kleine Kinder nicht mit Nadeln akupunktiert, sondern mit kleine Kräuterkügelchen, die mit Pflastern auf die Akupunkturpunkte geklebt werden. Sie können mit Wärme behandelt werden. Es gibt spezielle Massagetechniken nur für Kinder.
Wenn Kinder Kräuter einnehmen müssen, werden diese durch ein spezielles Verfahren geschmacklich "aufgebessert", sodass die Kräutermischungen in Tropfenform eingenommen werden können, die dann ähnlich wie Hustensaft schmecken.
Säuglinge, die noch gestillt werden, können auch indirekt über die Mutter behandelt werden, indem die Mutter Kräuter einnimmt, die dann über die Muttermilch auf das Kind wirken.
Die Ernährung ist bei Kindern den unreifen Verhältnissen des Verdauungstraktes anzupassen und deshalb unterschiedlich zu den Ernährungsrichtlinien der Erwachsenen. Kinder reagieren jedoch auch stärker auf Ernährungsumstellungen. Deshalb ist die TCM-Diätetik das Mittel der Wahl, um die Gesundheit der Kinder zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Selbst bei bestehenden Krankheiten kann die Ernährungstherapie oft schon alleine, ohne weitere Therapieverfahren, die Krankheit erfolgreich behandeln.
In der Diagnostik gibt es Unterschiede. So wird neben der Befragung des Kindes auch das Gespräch mit den Eltern gesucht, um Informationen zu erhalten. Die Pulsdiagnose ist bei Kindern unter sechs Jahren nicht aussagekräftig, deshalb wird die Zeigefingerdiagnose vorgenommen. Mit vierzehn Jahren ist die Pulsdiagnostik mit der eines Erwachsenen zu vergleichen.
Der Wille der Kinder wird berücksichtigt. Wenn ein Kind nicht behandelt werden möchte, dann ist das eben so. Wenn den Kindern jedoch erklärt wird, was durch die Behandlung passieren soll, dann akzeptieren Kinder in der Regel die Therapie.
Neben der Behandlung des Kindes gehört selbstverständlich auch die Beratung der Eltern, insbesondere hinsichtlich gesunder Ernährung und der Lebensgewohnheiten.
Kinder brauchen eine abwechslungsreiche, leicht verdauliche und kindgerechte Ernährung, ausreichend Bewegung und frische Luft sowie eine angenehme häusliche Atmosphäre. Eine Reizüberflutung sollte vermieden werden. Kinder brauchen auch Ruhephasen. Sie wollen ernst genommen werden und benötigen Freiraum, um sich zu entfalten. Sie müssen ihre eigenen Erfahrungen machen können und trotzdem ihre Grenzen gesetzt bekommen. Dies wird nicht immer gelingen, aber das muss es auch nicht.
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