Schmerzen

Ob Migräne, Ischias, Gelenk- und Rückenschmerzen, Hexenschuss, Menstruations- oder Magenschmerz, Schulterarmsyndrom, Tennisarm u.v.a.m., mit der TCM können Schmerzzustände schnell und effektiv behandelt werden.
Wo auch immer im Körper die Schmerzen auftreten, sie beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Chronische Schmerzzustände führen häufig zu Reizbarkeit, schlechte Laune, Antriebslosigkeit, Aggression oder Depression, Motivations- bis Hoffnungslosigkeit.
Die meisten Schmerzpatienten erhalten Schmerzmittel, die vorübergehend die Schmerzen lindern/betäuben, dies klappt von Fall zu Fall mehr oder weniger gut, von den Nebenwirkungen ganz zu schweigen.
Die Ursachen der Schmerzen werden häufig nicht berücksichtigt, können in vielen Fällen nicht einmal diagnostiziert werden.
Die TCM hat einen anderen Blickwinkel und Ansatz. Sie ist ganzheitlich. Neben einer schmerzlindernden Behandlung werden gleichzeitig die Ursachen der Schmerzen diagnostiziert und behandelt. Das ist der Grund für die großen Erfolge der TCM in der Schmerztherapie.
Wie kann die TCM Schmerzen diagnostizieren und behandeln?
Die TCM basiert auf der Yin/Yang-Lehre, einer philosophischen Sichtweise aller Lebensvorgänge, die grundlegend für große Teile der chinesischen Kultur sind.
Auf der medizinischen Ebene übertragen, kann man sagen, dass dem Yin eher das Materielle, das Organische und Sichtbare zuzuordnen ist, d.h. der materielle Körper, die Organe als physische Substanzen, das Blut und die Körperflüssigkeiten. Diese Yin-Aspekte sind sichtbar. Deshalb kann der westliche Arzt sie mit modernen Untersuchungsmethoden darstellen. Röntgenapparaturen oder Ultraschallgeräte zeigen die Form und die Größe der Organe. Gewebeproben, Blut und Körperflüssigkeiten können auf ihre zelluläre und chemische Zusammensetzung untersucht werden.
Dem Yang hingegen werden eher funktionelle, energetische, also unsichtbare Aspekte zugeordnet. Ist uns übel, frieren wir, haben wir Schmerzen, Juckreiz oder können wir nicht schlafen, ist das Yang sekundär oder primär gestört. Da das Yang nicht sichtbar ist, kann es auch durch westliche Untersuchungsmethoden nur bedingt erfasst werden.
Dazu ein Beispiel: Ein Patient bekommt einen Migräneanfall. Er hat starke Kopfschmerzen, ist lichtempfindlich und leidet unter Übelkeit und Erbrechen. Der Neurologe macht Röntgenaufnahmen vom Kopf, kann aber nichts finden. Der Augenarzt untersucht die Augen, auch diese sind unauffällig. Der Internist spiegelt den Magen, aber der Magen scheint ebenfalls völlig normal zu sein. Diese drei Fachärzte können nichts finden, da ihre Untersuchungsmethoden nur das Yin berücksichtigen. Das Yang wird nicht untersucht.
In der TCM werden Yin und Yang gleichermaßen berücksichtigt. Hierfür stehen diesem Medizinsystem eigene diagnostische Verfahren zur Verfügung: Die Puls- und Zungendiagnose sowie eine Einordnung der Beschwerden nach den acht Leitkriterien, die sog. Syndromdiagnostik (Zang-Fu-Syndrome), und noch einige andere Modelle von untergeordneter Bedeutung. Die TCM-Diagnostik erlaubt eine genaue Beurteilung der Organe (Yin) und ihrer Funktionen (Yang). Der TCM-Therapeut weiß somit genau, was sich im Körper des Patienten abspielt. Auf dieser Grundlage kann die geeignete Therapieform ausgewählt werden. Je nachdem, um welche Art von Störung es sich handelt, werden Akupunktur, Massage, Moxa, chin. Kräuter, Ernährungsempfehlungen, Bewegungstherapie oder eine Kombination aus verschiedenen Verfahren ausgewählt.
Die TCM geht von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise aus. Das Yang manifestiert sich im Yin, das Yin bringt das Yang hervor. Beide beeinflussen sich gegenseitig und hängen voneineinder ab. Was nützt uns ein Arm ohne Armfunktion? Genausowenig, wie eine Armfunktion ohne Arm! Die Organe bringen die Organfunktionen hervor. Sind die Organfunktionen gestört, erkrankt das Organ.
Außerdem wird in der TCM jedes einzelne Organ und seine Funktionen im Zusammenspiel mit den anderen Organen und deren Funktionen betrachtet. Wie beeinflusst ein Organ ein anderes? Dies kann man nicht beantworten, wenn man den Körper nur analytisch betrachtet.
Das Beispiel mit dem Migräneanfall illustriert die analytische Betrachtungsweise der westlichen Medizin. Der Neurologe ist für den Kopf zuständig, der Augenarzt für die Augen und der Internist für den Magen. Da keine organische Erkrankung vorliegt, kann keiner der drei Fachleute die Krankheitsursache ausmachen. Dafür ist es notwendig, die Zusammenhänge und das Wesen der Krankheit zu erkennen.
Beispiel Migräne
Nach der Lehre der TCM ist bei dem oben geschilderten Migräneanfall der Funktionskreis Leber (chin.: Gan) gestört. Er enthält zu viel Yang. Da Yang von Natur aus immer die Tendenz hat aufzusteigen, sammelt es sich im Kopf. Das nach oben aufsteigende Yang verursacht ein Völlegefühl im Kopf und die Empfindung, der Schädel platze gleich. Dieses zu viel an Yang zieht auch zu den Augen, da die Augen in Verbindung mit dem Funktionskreis Leber stehen (gelbe Augen bei Leberentzündung). Viele Patienten beschreiben dies als Gefühl, die Augen würden aus dem Kopf gedrückt oder als wäre etwas hinter den Augen. Auch die Lichtempfindlichkeit der Migränepatienten ist auf die Fülle an Yang im Kopf zurückzuführen. Sonne und Licht werden dem Yang zugeordnet, und wo schon zu viel Yang ist, da ist noch mehr natürlich nicht erwünscht. Ein Migränepatient möcht vielmehr in einem dunklen Zimmer liegen und seine Ruhe haben. Dunkelheit und Ruhe sind Yin-Prinzipien, und das Yin besänftigt das Yang.
Übelkeit, Sodbrennen, Würgreiz und Erbrechen, wie sie bei Migräneanfällen häufig auftauchen, lassen sich darauf zurückführen, dass die Störung im Funktionskreis Leber auch den Funktionskreis Magen (chin. Wei) beeinträchtigt. Das übermäßige Leber-Yang greift auf den Magen über, wodurch auch das Magen-Yang aufsteigt.
Bei Frauen treten Migräneanfälle häufig im Zusammenhang mit der Menstruation auf. Das lässt sich dadurch erklären, dass der Funktionskreis Leber dafür zuständig ist, das Blut zur Gebärmutter zu transportieren. Hierfür stellt er sein Yang zur Verfügung. Ist das Leber-Yang aber gestört, steigt es zur Gegenrichtung, also zum Kopf auf. Dies führt zum Migräneanfall und meist auch zu einer schmerzhaften Menstruation.
Die chinesischen Begriffe der einzelnen Funktionskreise wurden für den Westen in uns geläufige Organbezeichnungen übersetzt. Dies führt häufig zu Missverständnissen. So umfasst der Funktionskreis Gan wesentlich mehr Aufgaben, als dem Organ Leber zuzuordnen wären; umgekehrt muss eine Störung des Funktionskreises Gan nicht bedeuten, dass die Leber erkrankt ist. Ein Migränepatient mit aufsteigendem Leber-Yang kann also aus schulmedizinischer Sicht eine völlig gesunde Leber haben.
Durch eine gezielte Akupunktur oder einer Kräuterrezeptur, die den Funktionskreis Leber harmonisiert und das Yang senkt, kann solchen Migränepatienten schnell und dauerhaft geholfen werden.
Insgesamt kann man sagen, dass die TCM insbesondere bei funktionellen Erkrankungen, schnelle Hilfe zu Leisten vermag. Bei organisch manifesten Erkrankungen, kann sie in einigen Fällen nur als Begleittherapie zur Schulmedizin eingesetzt werden, aber auch hier hat sie hervorragende Ergebnisse zu verzeichnen.
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